Die Chronik von Ebersdorf bei Neustadt

von 1317 - 1978 geschrieben vom ehemaligen Bürgermeister Julius Fischer
der 1994 verstarb.

Ebersdorf hat während der Amtszeit von Julius Fischer enorme Entwicklungen erfahren. Anläßlich der Eingemeindung von Ebersdorf in die Große Kreisstadt Neustadt bei Coburg verfaßte Julius Fischer diese Chronik.

Das Vorwort

An wichtigen Tagen unseres Lebens, besonders an den Wendepunkten, pflegen wir Rückschau zu halten auf die hinter uns liegenden Zeiten, um die Gegenwart richtig begreifen und werten zu können und daher die richtigen Entschlüsse für die Zukunft zu treffen. Dies gilt nicht nur für den Einzelnen von uns, sondern auch für eine Gemeinde.

Nach 661 Jahren ihres Bestehens, wird Ebersdorf bei Neustadt bei Coburg am 1. Mai 1978 ein Stadtteil von Neustadt bei Coburg. Die Gemeindegebietsreform sah keine anderer Möglichkeit für unsere Gemeinde vor.

Da ich der Ansicht bin, daß die Geschichte von Ebersdorf bei Neustadt nur im Zusammenhang mit der Geschichte des Coburger Landes richtig verstanden werden kann, habe ich dort, wo es nach meiner Meinung nötig war, die Verhältnisse in unserem damaligen Herzogtum geschildert. Die Bewohner von Ebersdorf bei Neustadt mußten in den letzten 661 Jahren viel Opfer bringen. Der „Eiserne Vorhang“ brachte die auf Rufweite an der Demarkationslinie gelegene Gemeinde wieder schwer in Bedrängnis. Es wurden nicht nur wichtige wirtschaftliche Lebensadern abgeschnitten, sondern, was noch viel schmerzlicher ist, die hüben und drüben alteingesessenen Familien durch Stacheldrahthindernisse und Minenfeld getrennt. Die Ebersdorfer Bauern waren bis 1945 Mitglieder des Milchhofes in Sonneberg/Thüringen, das zuständige Hauptpostamt für Ebersdorf bei Neustadt war ebenfalls in Sonneberg/Thüringen.

Im Jahr 1978 waren in Ebersdorf/Neustadt folgende Firmen ansässig:

Friedel GmbH & Co, KG -    Herstellung von Krippenfiguren und Werbeartikel für die Industriewerbung
Massemühle Eugen Wagner -   Herstellung von Glasuren und Porzellanmassen
Friedrich Seiler -   Christbaumschmuck-Fabrik
Scheler & Co    -   Werbeartikel 
Fischer & Co  - Puppenbekleidung
Hans Pechtold - Schreinerei

Die Gastwirtschaft „Zur Linde“ und „ Zur Bergmühle“ . Der Verfasser dieser Schrift wollte mit den Aufzeichnungen der 661-jährigen Geschichte von Ebersdorf bei Neustadt den Einwohnern wichtige Ereignisse festhalten. An ruhigen Stunden sollten die Leser dieser Chronik auch einmal die Stellung ihrer Vorfahren, der Gemeinschaft gegenüber erkennen. Diese Chronik widme ich in Dankbarkeit den Bewohnern meiner Wahlheimat Ebersdorf bei Neustadt, mit denen mich 20 Jahre Kommunalpolitik zum Wohle Aller verbinden.

Julius Fischer

1.      Bürgermeister  

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chronologische Historie von Ebersdorf

1317 erste Erwähnung Ebersdorfs im Urbarium als Eyb´sdorf hyntir deme muncheb´ge
1499 Eberstorf unter dem Berge
1549 Ebersdorff unter dem Moppergk
1623 Heeresdurchzüge im dreißigjährigen Krieg
1630 Ende der Neutralität der Pflege Coburg im dreißigjährigen Krieg
1632 Überfall der Kronacher
1634 Ebersdorf wird durch die Kronacher abgebrannt
Neustadter Dragoner vertrieben die Kronacher
1672 Ebersdorf hat 43 Einwohner
Namen z. B. Diacon Köhler, Claus Brückenr, Claus Carol, Hans Matthes, Eucharius Halboth)
1707 Errichtung eines Hammerwerkes durch Johann Müller
1712 Hammergraben wird angelegt
1730 Das Hammerwerk wird verkauft
1734 preußische Truppen ziehen durch Ebersdorf
1783 11 Häuser in Ebersdorf
1801 Kauf der ersten Handdruckspritze für die Feuerwehr
1801 Joh. Philipp Höserich stellt Antrag auf Bau einer Schneidemühle
1870 die Bergmühle geht in Familienbesitz über
1875 Kauf einer Handdruckspritze für die Feuerwehr
1878 Gründung des Vereines "Eintrachtgesellschaft von Ebersdorf"
1890 Nicol Oberender baut die " von bergsche Mühle" zur Massemühle um
1899 Erweiterung des Spritzenhauses der Feuerwehr
1901 Louis Welsch kauft das Gebäude der späteren Gastwirtschaft "zur Linde"
1906 Anlegen eines Friedhofes
1907 Verein "Germania" wird gegründet
1907 Errichtung der ersten Friedhofshalle
1910 142 Einwohner
1919 Aufstellung einer Bürgerwehr
1929 Die Gastwirtschaft Welsch brennt ab
1932 Brand des Wohnhauses August Büchner
1953 Stromversorgung durch des Überlandwerk Bamberg
1954 Kauf einer Motorspritze TS 6 für die Feuerwehr
1958 schwerer Orkan über dem Neustadter Gebiet
1958 Beginn der Friedhofsrenovierung
1959 Ausbau des "Notweges" zu Bergmühle
1959 Ausbau der Ortsverbindungsstraße Ebersdorf - Neustadt/Coburg
1960 erste Ortsbeleuchtung
1961 Abriß des Sägewerkes Schmidt an der Bergmühle
1961 160 Jahre Feuerwehr Ebersdorf
1961 Einweihung des Löschwasserbehälters
1962 Brand des Aussiedlerhof Schmidt
1963 1. Preis im Wettbewerb "Das schönere Dorf"
1963 Ausbau der Ortsverbindungsstraße Ebersdorf - Gebrannte Brücke
1965 Gründung des Vereines "Tischtennis-Freunde Ebersdorf"
1965 Schadensfeuer in der Massemühle Wagner
1965 Einweihung des Dorfbrunnens
1966 Brand bei der Firma Anton Friedel
1966 Beginn des Baues der Kanalisation
1967 650 Jahre Ebersdorf
1968 Beginn des Baues der Trinkwasserversorgung
1970 Ausbau der Ortsverbindungsstraße Ebersdorf - Heubisch
1970 Übergabe eines Tragkraftspritzenfahrzeuges an die FFW Ebersdorf
1970 Beginn der Flurbereinigung
1972 Einweihung des Feuerwehrgerätehauses
1974 Einweihung der Aussegnungshalle auf dem Friedhof
1974 Gründung des Bürgervereines
1976 175 Jahre Feuerwehr Ebersdorf
1978 Eingemeindung von Ebersdorf nach Neustadt bei Coburg
1986 Brand der Scheune Gastwirtschaft Welsch
1988 erstes Maibaumfest
1989 Grenzöffnung, DDR Grenze fällt
1990 Wiedereröffnung  der Ortsverbindungsstraße nach Heubisch
1990 Großbrand der Anwesen Engel/Scheler
1990 mehrere Waldbrände um Ebersdorf
1991 Erschließung des Gewerbegebietes "Gebrannte Brücke"
1998 Renovierung des Feuerwehrgerätehauses
2000 Gasthaus Welsch schließt
2001 200 Jahre Feuerwehr Ebersdorf

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