Chronik von Ebersdorf bei Neustadt Teil 1 von 1317 bis 1799

Über die Gründungszeit unseres Dorfes läßt sich nichts Bestimmtes sagen. Zum erstenmal wird der Name unserer Dorfes im Urbarium 1317 erwähnt, in welchem zu Lesen ist:„Ach hat Lupoldis svn von Svnneberg die wstenvnge zv dem Eyb´sdorf hvntir deme mvncheb´ge. Von d´ herschaft

Obgleich unser Dorf Eybersdorf genannt wird und nicht Ebirhartesdorf, wie das gleichnamige Dorf bei Sonnefeld, so ist doch als ziemlich sicher anzunehmen, daß der Name des Ortes nicht mit dem Worte „Eber“ zusammenhängt, sondern mit dem Personennamen „Ebur“, einer Abkürzung von Eburhart. Ebersdorf ist das von einem gewissen Eberhard gegründete oder ihm gehörende Dorf. Zu denken ist an einem Eburhart von Sonneberg, weil 1317 die Wustung dem Sohne Lupolds von Sonneberg gehörte. Die Benennenung Eybersdorf hyntir deme mvncheberge macht es zweifellos, daß damit Ebersdorf am Muppberg gemeint ist, der ja in dem Urbarium 1317 muncheberg heißt. Im Jahre 1499 schreibt man „Eberstorf unter dem Berge“.

Von Ebersdorf gibt es fast zwei Jahrhunderte lang gar keine Nachrichten, doch scheint es sich nach und nach vergrößert zu haben, denn im Erbbuch 1516 werden 3 Güter und 4 Sölden aufgeführt. Wann und wie sie entstanden und wem sie im Laufe der Jahre gehörte, ist unbekannt. Im Jahre 1516 besaß die Engelmesse zu Neustadt in Ebersdorf 3 Güter Über  und 1 Sölde, Siegmund von Rosenau, 3 Sölden. Ihre Lehensleute mußten einen Schöffen am Landgericht sitzen haben waren aber sonst aller Beschwer frei, gaben weder Bethe, noch Steuer, litten nicht ín der Aufsatzung reisten nicht und hatten keinen aufgesetzten Harnisch.

Der Schöffe von „Eberszdorff vnter den Moppergk“bekam als Lohn den Ertrag eines Wiesleins, 6 Pfung an Wert. Die Strafen forderte der Zentgraf ein und überantwortete sie dem Schoffer. Markungsangelegenheiten besorgte der Zentgraf mit 2 Schöffen, der für einen Stein Stein zusetzen ein Simmer Hafer bekam. Bei Besichtigungen bekam er 2/4 Wein, jeder Schöffe ¼ von jeder Partei. Jeder Erbherr hatte um Schuld zu helfen und wenn er sich weigerte, der Zentgraf. Der Zentgraf bekam 5 Korngarben und 5 Laib Brot, hatte auch daselbst um Futter zu bitten. In Ebersdorf war auch eine Zolleinnahmestelle, doch scheinen die Einnahme sehr gering gewesen zu sein, denn 1549/50 betrugen sie nur 3 Pfund 9 Pfg. 1 Heller.

Im Kirchebuch kommen von 1579-1616 folgende Namen vor: Peter Grambs, Veit Nußbaum, Otto Beyer, Heinz Engelhardt, Peter Behr, Oswald Luder, Oswald Baum, Hutmann, Oswald Endres, Hans Diezel, Martin Popp, Oswald Hausmann, Otto Lieb, Peter Stüllein, Jorg Weber, Barthel Langbein, Dorothea Beyerin, gestorben am 24. Dezember 1588 im Alter von 97 Jahren, Georg Kruet, Klaus Kacheloffen, Klaus Eckstein.

Bis 1650 werden genannt: Hans Brückner, der Hewhans, Hans Matthes, der Pfeifer (jedenfalls Stadtpfiefer), Michael Haußmann, der Krüth, ferner kommen noch die Familiennamen Knauer, Motschmann, Echardt, Ziegenfelder und Baumwickler vor. Als Schultheißen werden aufgeführt; 1587 Hans Knauer, 1594 – 1638 Klaus Knauer, vorübergehen scheint in dieser Zeit Klaus Haußmann Schultheiß gewesen zu sein.

Die Pflege Coburg war durch die wettinische Teilung im Jahre 1485 and die ernestinische-kurfürstliche Linie des Hauses Sachen gefallen. Nach weiteren Teilungen wurde das Land zusammen mit dem thüringischen Gebieten im Jahre 1572 den nochminderjährigen Söhnen des unglücklichen Herzogs Johann Friederich des Mittleren, zugesprochen. Bis zur Mündigkeitserklärung der beiden Söhne, Johann Casimir und Johann Ernst, im Jahre 1586 liß ihr Vormund, der Kurfürst von Sachsen, das Land von einem Statthalter verwalten. Von 1586 regierten die beiden Brüder die thüringischen und coburgischen Lande gemeinsam. Nach dem im Jahre 1596 angestrebten Teilungsvertrag fielen die thüringischen Besitzungen an Johann Ernst, die Pflege Coburg mit den Ämtern: Coburg mit den Gerichten Lauter, Rodach und Gestungshausen, Heldburg mit Gericht Hildburghausen, Römhild, Eisfeld, Schalkau, Sonneberg, Neustadt, Neuhaus, Mönchröden und Sonnefeld an Johann Casimir. Damit wurde das Coburger Land, das bis dahin nur von „Pflegern“ oder Statthaltern verwaltet worden war, selbstständiges Fürstentum mit Coburg als Residenzstadt.

Das Coburger Land und damit unsere Heimat befand sich währen des dreißigjährigen Krieges in einer schwierigen Lage. Das Land hielt treu zum protestantischen Glauben, grenze aber nur im Norden an Territorien mit gleichem religiösen Bekenntnis, während es nach Süden im Halbkreis von den katholisch-ligistischen Gebieten der Bistümer Würzburg und Bamberg umgeben war.

Obwohl Herog Johann Casimir in seinem Innern zur protestantischen Sachsen, achtete er in seiner Politik vor Allem auf die Belange seines Landes. Um ihm, getreu seinem Wahlspruch „Frid ernert, Unfrid verzert“, den Frieden so lange wie möglich zu erhalten, enthielt er sich wie sein kurfürstlicher Vetter in den ersten Kriegsjahrzehnt einer offenen Stellungsnahme. Er trat weder der protestantischen Partei bei, noch leistete er dem Kaiser bei seinen militärischen Unternehmungen Hilfe.

Nach wenigen Kriegsjahren mußte er jedoch einsehen, daß er durch diese neutrale Haltung wohl dem Krieg, aber nicht seinen Begleiterscheinungen, wie Durchzüge und Einquartierungen von Truppen, von seinem Land fernzuhalten vermochte. Um gegen die nach der Schlacht am Weißen Berge drohenden Truppendurchmärsche gewappnet zu sein, erließ er zwar im Februar 1622 eine Landesrettungsordnung, die Anordnungen und Aufklärungen an alle Untertanen enthielt, wie die Durchzüge, Überfälle und Excursiones zeitlich gänzlich anzuwenden seien, aber die Maßnahmen hatten nur wenig Erfolg. Die Kriegsführung der kaiserlich-ligistischen, wie der evangelischen Partei nahm auf die Belange eines Fürstentums keinerlei Rücksicht.

Auch die sehr günstige geographische Lage der Pflege Coburg am Südabhang des Thüringer Waldes, als Verbindungsland von Nord- und Süddeutschland, von Osten und Westen, die dem Land in friedlichen Zeiten für Handel und Verkehr große Vorteile brachte, wirkt sich jetzt verhängnisvoll aus.

Und zu dieser gefahrvollen Mittelstellung kam noch, daß daß Land die Grenze der evangelischen und katholischen Stände bildete. Beide Umstände sollten in ihrer Wirkung den langen Krieg hindurch einander nicht nachstehn.

Den Auftakt der vielen für das Coburger Land nach den ersten fünf ruhigen Kriegsjahren immer empfindlicher werdenden Durchzüge bildeten die kaiserlichen Truppen, die im Sommer des Jahres 1632 von Böhmen kamen, durch die Pflege marschierten und weiter nach Hessen eilten. Da zu dieser Zeit noch straffe Zucht in den Heeren herrschte , verursachten diese Durchzüge dem Lande, außer den Proviantlieferungen keine wesentlichen Schädigungen.

Erheblich bedrückender waren die Truppeneinmärsche, bei denen die Truppen das Land nicht nach kurzer Rast verließen, sondern sich mehrere Tage, Wochen oder gar Monate im Land einquartierten. Die Pflege Coburg mußte diese Begleiterscheinungen des Krieges noch gegen Endes des Jahres 1623 beim Rückzug der Tyllischen Truppen von Westdeutschland nach Böhmen kennenlernen. Die Ämter Eisfeld, Neustadt und Sonneberg hatten für alle Quartiere zu sorgen, alle anderen Ämter mußten zur Verpflegung beisteuern.

Als der Krieg mit dem Beginn des niedersächsisch-dänischen Krieges vollkommen seinen lokalen Charakter verlor und immer weitere Gebiete Deutschlands überzog, wurde auch der Zustand der Pflege Coburg von Jahr zu Jahr ernster. Die Truppen, die die vom Süden und Osten nach dem norddeutschen Kriegsschauplatz zogen, marschierten durch das Coburger Land und machten wie die vom Norden zurückkehrenden hier, am Südhang des Thüringer Waldes einige Tage Rast. So löste in den Jahren nach 1625 ein Durchzug den anderen ab.

Obwohl Herzog Johann Casimir alles versuchte, um von seinem Land diese Bedrückungen abzuwenden, erreicht er nur selten, daß die Heere einen anderen Weg als durch sein Gebiet geführt wurden. Auch als Wallenstein im Sommer 1625 seine in Böhmen aufgestellte Armee in das Gebiet des niedersächsischen Kreises zu führen beabsichtigte, konnte der Herzog ihn nur bewegen, einen Teil seiner Truppen südlich an der Pflege vorbeimarschieren zu lassen. Wallenstein hatte dem Herzog zwar einen raschen und straff organisierten Durchzug seiner Truppen zugesichert, aber seine Offiziere vermochten zu dieser Zeit nicht mehr zu verhindern, daß die Soldaten „wie leichte Vögel übel hauseten“. Am 19. Februar 1628 zogen 5 Regimenter durch das Amt Neustadt. Der Durchzug der Wallensteinischen Armee hat die äußerste Erschöpfung des ganzen Coburger Landes nach sich gezogen.

Aber bereits am 27. Juli wurden die Pflege von neuem heimgesucht. Das Pechmannsche Regiment und die Reitertruppen der Obristen De Vours und La motte quartierten sich im Land ein und verließen es erst am 24. August. Als wiederum kaiserliche Truppen ihren Weg durch die Plege nehmen sollten, wandte sich der Herzog an den Kaiser persönlich. Er beklagte sich über diese „Durchzüge, Einquartierungen, Pressuren, und Drangseligkeiten“ seiner Armeen und stelle ihm vor, „wie ganz unverantwortlich und S. Kaiserl. Majestät höchstgeehrten Namen mit gehorsamen Reichsfürsten verfahren werde“, wo er doch das Seine „in getreuer, standhafter Devotion zu Beförderung der kaiserlichen Dienste und Armee gehorsamst geleistet“.  Dieses Schreiben hat wohl dazu beigetragen, daß die Pflege im Winter 1627 und 1628 nur zwei Kompagnien ins Winterquartier aufzunehmen brauchte.

Aber die Schonung der Pflege dauerte nur kurze Zeit. Am 18. Dezember 1629 machten 3 Kompagnien des Beckerschen Regimentes einen Streifzug durch das Amt Neustadt un zogen dann zum Itzgrund weiter 

Johann Casimir, der bis dahin Neutralität streng gewahrt und in dem Schreiben an den kaiser seine Kaier- und Reichstreue mehrfach bekundet hatte, mußte sich nun von der Politik des Kaisers enttäuscht  fühlen. Gewißheit über die wahre Haltung des Kaisers brachte ihm das Restitutionsedikt, welches ihm offen zeigte, daß sich der Kampf des Kaisers nicht nur gegen die Mitglieder der Union richtete, sondern alle evangelischen Stände vernichten sollte. Seine Stellung als Landesherr, wie sein protestantisches Bekenntnis zwangen ihm zu entschiedener Stellungnahme.

So endete mit dem Jahre 1630 die Neutralität der Pflege Coburg. Die vielen Truppendurchzüge und Einquartierungen, die trotz dieser vorsichtigen Politik vom Jahre 1625 an wegen der zunehmenden Disziplinlosigkeit der Truppen nicht nur an Zahl und Stärke, sondern auch an Härte gewachsen waren, hatten am Wohlstand der Landes Coburg gezehrt und langsam die Bevölkerung und alle Gebiete der Wirtschaft zermürbt.

Herzog Johann Casimir´s Frühlingsnahme mit den evangelischen Ständen begann auf der von Kurfürst Johann Georg von Sachsen angeregten Zusammenkunft in Leipzig im Februar 1631. Hier setzte er sich wegen der besonders gefahrvollen Lage seines Landes mit Entschlossenheit für eine klare Entscheidung auf militärischen Gebiet ein.

Es wurden nun 3000 Mann in Bereitschaft gehalten und eine Kompagnie zu Roß und eine zu Fuß zusammen mit seinem in Eisenach residierenden Bruder ausgerüstet und unterhalten. Auch die Stände seines Landes unterstützen dieses Werk, das dem Lande wieder Ruhe bringen sollte. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile entschloß sich der Herzog Johann Casimir, sich auf Gedeih- und Verderb dem schwedischen Bündnis anzuschließen, nachdem König Gustav Adolf von Schweden dem Krieg durch sein Erscheinen in Norddeutschland  eine für die evangelischen Stände günstige Wendung gab.

Für das Coburger Land sollte dieses Bündnis, anstatt Milderung der Kriegsbeschwerden zu bringen, zum doppelten Verhängnis werden. Aktiv jedoch hatte die Pflege Coburg bis zum Jahr 1632 noch nicht in den Krieg eingegriffen. Im Frühjahr dieses Jahres wurde es zum Schutz des Landes notwendig. Im selben Jahr schlug eine Einnahme der Festung Rosenberg in Kronach mangels ausgebildeter Leute fehl. Die Kronacher plünderten daraufhin die östlichen Gebiete Coburgs verheerend.

Am 29. September 1632 stand Wallenstein, den Itzgrund heraufkommend, mit 40000 Mann vor den Toren Coburgs. Die Stadt sah bald ein, daß eine Verteidigung gegen ein so mächtiges Heer nur wenig Erfolg haben könnte und willigte nach wenigen Stunden in die Forderungen Wallensteins auf Übergabe ein.  Mit dem Fall der Residenzstadt war ihm die ganze Pflege außer der Veste Coburg, die ihm Widerstand entgegensetzte, ausgeliefert. Nun vollzog er an dem Lande die Strafe für den Übertritt auf die evangelische Seite. Coburg wurde das erste Opfer der Plünderungsaktion, wobei auch das Residenzschloß ausgeraubt wurde. Hohe Kontributionen wurden von der Stadt Coburg gefordert, die Ratsherren und vornehme Bürger als Geiseln gefangengesetzt und nur gegen kaum erschwingliche Lösegelder freigegeben. Das Coburger Land spürte schmerzlich den Unterschied zwischen den früheren Jahren der Durchzüge und dem Krieg im eigenen Land. Jedoch ein Trost blieb bei allem Übel. Die Veste Coburg konnte der Belagerung des großen Feldherren standhalten. Die folgenschwersten Kriegsjahre für die Pflege Coburg begannen jedoch erst mit den Jahren 1634. Herzog Johann Casimir starb am 16. Juli 1633. Im Winter 1632/33 lagen in Eberdorf einige Schweden, deren Verpflegung über 28 Gulden, etwa 400 Mark – Goldmark – kostete. Die Kronacher brannten am 17. Trinitatissonntag 1634 das Dorf ab, wurden jedoch durch die in Neustadt liegenden Dragoner vertrieben. Am 4. Juli 1635 wurde der Ebersdorfer Hans Langbein vom Feind erschossen.

Gerade in einem der trostlosesten Jahre, 1638, verlor das Land wiederum seinen Regenten. Herzog Johann Ernst, der Bruder von Herzog Casimir, starb wie sein Bruder kinderlos. Das Land das eine geschlossene Einheit gebildet hatte, wurde nach heftigen Erbstreit in zwei Teile zerrissen, Die politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des Landes waren bei dieser Teilung unberücksichtigt geblieben.

Das letzte schwere Jahr für die Pflege Coburg war zugleich das letzte des großen Krieges. Die beiden Hauptheere nahmen noch einmal nach Beendigung der Kampfhandlungen ihren Weg durch das Coburger Land. Beim Durchzug der Schweden blieben zwei Regimenter fast zwei Monat im Land.

Am 10. August 1648 mußten die Ebersdorfer dem schwedischen Major Peter Limarson mit Ochsen und 2 Wagen Vorspanndienste bei seinem Zug über den Thüringer Wald leisten.

Als Steuerzahler von Ebersdorf werden im Jahre 1658 genannt: Diacon Köhler, Erhard und Peter Eckart, Jacob Motschmann, Hanns Möller, Claus Brückner, Claus Carol Grosch, Hanß Matthes – Pfeifer, Hannß Matthes – Schultes, Hans Brückner und Eucharius Halboth.

Mannschaft (wehrfähige) in Ebersdorf bei Neustadt
Mannschaft   1508/4, 1555/?, 1588/6, 1599/6, 1618/6, 1650/5

Seelen (Einwohner) in Ebersdorf bei Neustadt

                        1693            1783            1919            1933            1966

Seelen             58                     61            142            144            270     

Häuser                                      11             23              23            53

 

Viehbestand in Ebersdorf bei Neustadt 

            1658                1680                 1693                                     1966

Rinder: 8 Schafe: 4   siehe unten     Rinder: 53     Rinder: 160, Schweine: 200, Hühner: 492

                                                                                                            48 Bienenvölker

Ebersdorf hatte während es Krieges sehr gelitten und erholte sich nur langsam. Nach dem Bericht des Schlossers Stephan Ulrich Herold gab es im Jahr 1672 von 8 Feuerstätten noch 2, welche wüste lagen. Einwohner gab es 43, nämlich 7 Ehemänner 7 Ehefrauen, 2 Witwen und 27 Kinder, aber keine Knechte und Mägde. Hans Grambß besaß 4, Hans Heymann 1, Jacob Motschmann 4, Witwe Margareta Carol 3, Eucharius Halboth 6, Hans Matthesens Witwe 3, Hans Brückner 4, Wendel Geißar und der Hintersitzer Claus Brückner, kein Kind.

               ( in Schock)

Korn

Gerste

Hafer

Weizen

Ochsen

Kühe

Kälber

Eucharius Halboth

4

4

1

1

4

3

2

Hans Heymann

2

1

¾

½

2

2

3

Georg Matthes

3

1

2

½

4

2

2

Anna Grambß, Witwe

1

½

¼

¼

2

2

1

Hans Eichhorn

2

1

1

½

4

2

1

Hans Matthes

3

1

½

½

4

2

3

Hans Brückner

4

1

1 ¼

1

2

1

5

Marg. Carol, Witwe

1 ½

1

----

½

2

1

4

 

Schafe

Hühner

Paar Tauben

Gänse

Maß Butter

Eier

Eucharius Halboth

4

8

1

8

1

15

Hans Heymann

-

4

-

-

1

15

Georg Matthes

-

6

1

-

1

30

Anna Grambß, Witwe

-

4

-

7

2

15

Hans Eichhorn

-

5

-

-

1

15

Hans Matthes

-

5

-

12

1

12

Hans Brückner

-

5

2

5

½

10

Marg. Carol, Witwe

-

4

-

-

1

10

Auffallend ist der geringe Bestand an Schafen und Tauben, vor allem aber das gänzliche Fehlen der Schweine und Hülsenfrüchte.

Es scheint, daß in Ebersdorf damals gar keine Schweinezucht betrieben wurde, und der Anbau von Hülsenfrüchten nicht rentabel gewesen ist oder eine Mißernte war

Sonst ist aus jener Zeit wenig bekannt. Die hohen Gerichte hatten die Herrschaft, die Lehenschaft gehörte dem Herrn von Erffa in Niederlind und dem Gotteskasten zu Neustadt. Huldigen mußte die Bewohner zu Neustadt. Im Jahre 1681 waren bei der Erbhuldigung: Schultheiß Eucharius Halboth, Hans und Georg Matthes, Hans Heymann, Hans Brückner, Hans Eichhorn und die Witwen Margaretha Carol und Anna Grambß. Weitere Namen der Familien sind 1710 Henneberger, 1735 Bähr, 1759 Hofmann, 1760 Mitlacher.

Die Wölfe hatten nach dem Kriege sehr zugenommen und deshalb bestimmte der Forstmeister von Mönchröden, daß das Untergericht statt 28 Mann, 35 stellen sollte, welche bei Wolfsjagen sich einfinden mußten. Neustadt hatte 16, Thann 3, Haarbrücken 5, Meilschnitz 3, Rüttmannsdorf 2, Weimersdorf 1, Höhn 2, Brüx hatte 3 Männer zu stellen.

Der Streit wegen der Schafzucht wurde so entschieden, daß die Heubischer zu hüten haben: An der Heide über die lange Clasen Wiesen, an dem Graben hinunter bis an die Kronacher lehnbare Fischerswiese und an den Steg hinunter an den Muppberg hin. Das Hüttenwerk bekam 1717 das Gras hinter dem auf dem Strichlenrasen hinter dem Brauhaus und der Kohlhütte, mußte aber dafür 2 Feuerhaken liefern.

Der Hammergraben wurde 1712 angelegt. Hut und Trift zwischen Floßgraben und Schottenholz von der Gebrannten Brücken bis zum Nägeleins Steg, teils dem Rittergut Wildenheid, teils dem Neustadter Stadtrand lehnbar, wurde 1734 an Krafft von Erffa für 60 Gulden verkauft.

In einem Schreiben vom 21, Oktober 1732 wurde festgelegt, wie der Gemeindehirte das Vieh zu treiben hatte. So wurde er angewiesen das Vieh zur Herbstzeit halb auf der Carolischen- und halb auf der Brücknerschen Wiese hindurchzutreiben, nachdem es vorher zu einer ernsthafte Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten und einer Dienstmagd gekommen ist.

1734 zogen preußische Truppen durch Ebersdorf.

Das Fürstl.-Sachs.-Meining.-Amt schreibt am 8. März 1747:

„Dem Schultheißen und Gemeinde zu Unterlind wird hierdurch angezeigt, daß nächskünftigen Freitag den 10. März, von dem Kaiserl. Königl. Ungarischen, löblichen Unübergischen Infantrie Regiments eine Compagnie zu 70 Mann mit 66 Rekruten, also 136 Mann, 8 Pferden und 2 Vorspannwagen von Steinwiesen bei derselben und bei der Gemeinde Ebersdorf, die 1/3 übernimmt, einrücken und dan nach Brattendorf, Merbelsroth und Schwarzbach marschieren wird. Da nun die truppen blos nichts als Abdach und Lagerstadt zu genießen haben, außerdem aber von bares geld leben, so ist dahin zu sehen, daß

1.      tüchtiges und gutes Brodt, den Laib zu 6 Pfund in Vorrath gebacken, und bey Einrücken der Compagnie die Portionen auf jeden Mann 2 Ofund Brodt, und Pferdt 7 Pfund Haber und 12 Pfund Heu, sogleich an den Fourier, ausgetheilet werden., wovor der commandierende Herr Officier bey dem Ausmarsch 3 Kreuzer vor die Mund- und 15 Kreuzer für die Pferdtportion, dann 2 Gulden vor jeden Vorspann Wagen zahlet.

2.      Ist zwar besorget zu seyn, daß Fleisch und Bier, in jedem Orth anzutreffen seyn, es ist aber davon, an niemand nicht abzugeben, bis Geld davor gegeben ist, inmaßen durch ein von Meinigen ergangenes hochfürstliches Amt, der enste Befehl ergangen, daß die Unterthanen sich alles bezahlen und nichts umsonst hergeben sollen. Wornach sich also zu achten. Sign. Sonnenbruck den 8ten März 1747.

Wegen der Fleischnot wurde 1747 verboten, Kälber an ausländische Metzger zu verkaufen.

In einem weiteren Schreiben an unsere Gemeinde fordert das Amt:

„Weil die Gemeinde Haarbrücken eine ganze Compagnie zur Einquartierung bekommt und die Unmöglichkeit vorschützet, die nötigen Anspann alle zu geben, als werden die Gemeinden zu Ebersdorff und Wildenheyd, welche am wenigsten beschweret werden, hiermit befehligt, ermeldeter Gemeinde Haarbrücken einen Wagen mit vier Paar Ochsen zum Vorspann zugeben.

Wonach sich zu richten. Signat um Neustadt, d. 30. Oktober 1748“

                                                                        Herzgl. Amt gez. König

 

Der Hofgärtner Heinrich Schütz hatte jedes Jahr die Bäume und Gärten zu visitieren. Eine Verordnung wegen der Heuschreckengefahr wurde 1749 erlassen. Die Ernte soll beschleunigt durchgeführt werden, die Brunnen zugedeckt, mit groben Sand soll in die Schwärme geschossen, mit Dreschflegeln geschlagen werden, Strohwische sind brennend unter sie zu schleudern, befallenen Felder sollen sofort umgepflügt werden, Dampffeuer sind unter den Obstbäumen anzuzünden, die Schweine auszutreiben, um die Heuschrecken zu fressen.

Anordnungen, welche mehrere Orte betrafen, wurden damals durch Boten herumgereicht. So wurde eine weiter Verordnung des Fürstl. Sächs. Amtes in Coburg über die Sauberhaltung der Gärten, Lesen der Raupennester und sonstige Ungeziefer erlassen. Die Gemeinden Kipfendorf, Mönchröden, Haarbrücken, Thann, Ketschenbach, Meilschnitz, Wildenheid und Ebersdorf haben die Vorlage bestätigt

In einem weiteren Schreiben vom 28. März 1753 wurde die Gemeinde darauf aufmerksam gemacht , daß die Gemeinderechnungen spätestens 14 Tage nach Jahresende dem Fürstl. Amt von zwei oder drei Bürgern der Gemeinde zusammen mit dem Schultheißen vorzulegen sind. Falls dies nicht geschieht, wird eine Strafe von drei Gulden angeordnet.

Am 14. Juli 1753 wird Schultheiß und Gemeinde aufgefordert, die Landstraße am Floßgraben auszubessern: Die Straß ist mit großen Steinen auszulegen, damit die Erde nicht weiter abrollt.

Das Geistl. Untergericht in Neustadt b. Cbg. ordnete am 28. Februar 1754 an:

Dem Dorffs Schultheiß Johann Matthes zu Ebersdorf wird hiermit angedeutet, daß man mit Gott entschlossen nunmehr mit Erbauung der allhier für die gesamte Pfarrgemeinde benöthigten Gottesackerkirche den Anfang zu machen. Daher solches seiner Gemeinde bekannt zu machen und jeden besonders zum willigen Gehorsam an Geld und Frohnfuhren auch Handfrohnarbeiten zu ermahnen hat. Und es wird derselbe hiernächst citirt und vorbeschieden, Montags den 18. Untergericht allhier zu erscheinen, von seinen Mitnachbarn disfallziger Erklärung Eröffnung zu thun, und hierauf das weitere zu gewärtigen. Wornach sich zu richten. (Hier ist der Neubau der Friedhofskirche in Neustadt gemeint)

Interessant war auch die Art der Musterung oder Einberufung gewesen. In einem Schreiben an den Bürgermeister heißt es:

„Dem Dorfs Schultheiß Hans Matthes zu Ebersdorf wird hiermit befohlen, Donnerstags den 29. Dieses Monats Mai der hiesigen Divisions-Compagnie tüchtige, junge Mannschaft daher zu bringen, damit sich hieraus die nötige Rekrutierung vorgenommen werden kann, Wornach sich zu achten. Sign.

Neustadt, den 22.  Mai 1755

                                                            Fürstl. Sächs. Amt., gez. H. G. König

 

Am 28. Februar 1756 wurden die Gemeinden: Ebersdorf, Wildenheid, Meilschnitz, Ketschenbach, Thann, Haarbrücken, Mönchröden, Einberg, Öslau, Waldsachsen, Rögen, Lützelbuch, Spittelstein, Blumenrod und Großgarnstadt in einer mehrseitigen Verordnung darauf hingewiesen, daß sie lauf eines Beschlusses der Fränkischen Kreisrates in Nürnberg, an durchmaschierenden Kriegs Völkern keinerlei Lebensmittel ohne Bezahlung abgeben dürfen.

Auch für Vorspanndienste ist bares Geld in Empfang zu nehmen. Die Beträge, welche zu zahlen sind, sind in dieser Verordnung niedergeschrieben. Hohe Strafe wurden für diejenigen Nachbarn angedroht, welche die Verordnung nicht befolgen.

Am 22. November 1757 wurden ein Teil der in Wildenheid liegenden Kompagnie einquartiert. Für die Pferderationen erhielt die Gemeinde 13 ½ Kreutzer, „vor Heu an das Pferdt“ 4 Kreutzer.

Die Fürstl. Kammer zu Coburg schreibt am 7. März 1757: 

Die Gemeinden Haarbrücken, Meilschnitz, Thann und Ebersdorf jede derselben wird hiermit citiret und vorbeschieden, auf nechst kommenden Montag 14, dieses, durch ihren Schultheißen und zweien Gemeindemännern bei Fürstl. Kammern allhier zu recht gewöhnlichen Vormittagszeit unausbleiblich zu erscheinen, und eines gewissen Vortrages gegenwärtig zu sein.

Hier bei diesem Vortrag wurden sicherlich an die Gemeinden Weisungen erteilt, nachdem der Bürgermeister noch zwei Männer der Gemeinde (heute  wäre dies der Gemeinderat) mitzubringen hatte.

Wegen des Durchmarsches der Preußen wurde 1792 folgendes festgelegt:

Für eine Mundportion: 2 Pfund Brot, ½ Pfund Fleisch, 1 ½ Kanne Bier Dresdener Gewicht und gemäß Verordnung werden 2 Groschen und 9 Pfg. Vergütet. Lagerstroh ist im freien Obdach inbegriffen. Für 1 Scheffel Korn wird 1 Taler, 19 Groschen, 6 Pfg. , für Hafer, 1 Taler 2 Groschen, für den Zentner Heu = 1 Taler, für ein Schock Stroh, den Bund zu 20 Pfund, 2 Taler 16 Groschen bezahlt.

Mit Schreiben vom 15. August 1754 hat die Fürstl. Regierung einen Streit zwischen der Gemeinde Wildenheid und Ebersdorf, entschieden.

Eine Art vertragliche Festlegung über die Schafhut in Ebersdorf ist das letzte mehrseitige Schreiben, bzw. Vertrag, welches aus den Jahren 1775 bis 1783 noch vorhanden ist

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